Schlagwort: Tobias Rappel

  • Sommergäste 2019

    Sommergäste 2019

    4. Juli bis 11. August

    Eröffnung immer Donnerstags, 19 Uhr. Öffnungszeiten bis Sonntags, täglich 14-18 Uhr

    >> Einladung (PDF)


    I Franz Konter

    Malerei, Zeichnung
    04. – 07. Juli 2019

    Franz Konter setzt sich als Maler und Zeichner seit vielen Jahren mit dem leeren „ZwischenBildRaum“ auseinander. Alle Arbeiten bestehen aus zwei oder mehreren Bildtafeln, auf denen die gestische, halb figürliche Arbeitsweise jeweils am Bildrand endet, um dann leicht versetzt auf dem angrenzenden Bildträger fortgesetzt zu werden. Die Malerei/Zeichnung „passt“ also nicht wirklich, aber sie nimmt Beziehungen auf. Um ein Ganzes herzustellen, muss der Betrachter optisch immer von einer Tafel zur anderen über den leeren Spalt springen – hört diese Bewegung auf, zerfällt das Bild in seiner Gesamtheit.
    Die Frage nach der (Bild-)Wirklichkeit wird hier ähnlich einem Koan im Zen-Buddhismus als Übung und Erforschung des Sehens immer von neuem gestellt.

    II Tobias Rappel

    Mixed Media
    11. – 14. Juli 2019

    Tobias Rappel ist 1957 in Paderborn geboren, wuchs seit dem Umzug der Familie 1960 in Jungholz / Tirol auf. Von 1977 bis 1982 studierte er Malerei und Grafik an der Hochschule für Gestaltung in Linz und begann seine Arbeit als freischaffender Künstler. Impulse für sein künstlerisches Schaffen sammelte er auf Studienreisen u.a. in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, USA, Mexiko und auf Hawaii. Seit 1987 lebt und arbeitet er in Frankfurt/Main und Bingen/Rhein.
    Neben Stadt- und Landschaftsimpressionen stellt Tobias Rappel die „Figur im Raum“ in das Zentrum seiner Arbeit. Hierbei ist ihm besonders die Verschränkung der Gattungen zu einem, wie er sagt, »korrespondierenden Arbeiten an Plastik, Malerei und Zeichnung« wesentlich (»Transformationen«). Sowohl im Malprozess als auch im plastischen Arbeiten strebt er durch Schichtungen und Reduktion, welche als Arbeitsprozesse sichtbar bleiben, die Verdichtung und das wesenhafte Verkörpern einer Bildidee an.
    In der anstehenden Ausstellung ist es neben der weiteren Auslotung der Übergänge von Malerei / Zeichnung zur Plastik die »Figur auf der Schiefen Ebene«, womit er sich als Bildraum befaßt.
    In meiner Erzählung »Das Menschenbett« über die Begegnung einer Sammlerin von Plastiken mit dem Künstler des Menschenbettes ist es eines der sehr »materialen« Bilder von Tobias Rappel, das als Bindeglied zwischen Plastik und Malerei geschildert wird. Insofern dient ein Auszug aus der Erzählung als Einleitung in die Ausstellung von Tobias Rappel.
    Axel Dielmann, Juli 2019

    Gespräch mit Tobias Rappel

    III Jost Stenger, Jan Ulrich Schmidt, Jörg Simon

    Aquarelle, Malerei, Buchpräsentation
    C/o Ausstellungsraum Becker zu Gast in der AusstellungsHalle
    18. – 21. Juli 2019

    Jan Ulrich Schmidt „Monet“
    Jost Stenger: Monotypie und Aquarell
    Jörg Simon (Seite aus der Katalogtrilogie KOMPLEX / MONOLOG / SUBSTRAT)

    Jost Stenger (Jahrgang 1936) arbeitet seit 2010 wieder mit Papier und Farbe in der Größe DIN A4. Während Jan Ulrich Schmidt (Jahrgang 1976) sich in seinen Bildübersetzungen an die Originalgrößen seiner Vorlagen hält.
    Stenger arbeitet spontan und emotional aus der Intuition heraus in drei Werkgruppen – Aquarell, Monotypie und Zeichnung. Schmidt arbeitet konzentriert an seinen Farbcodes, indem er mit einer eigens entwickelten Schütttechnik Streifen für Streifen setzt.
    Für beide Künstler ist der Umgang mit Farbe und Form elementar:
    In Stengers Aquarellen, die er „Feldbestellungen“ nennt, ordnet er seine Farbsetzungen nach jeweiligem Gefühlszustand immer wieder anders und lässt den Betrachter so an seinen Emotionen teilhaben.
    Schmidt überträgt die Farbstimmung seiner Vorlagen in einen Code, der mehrere Versionen zulässt und schöpft so aus der Kunstgeschichte einen neuen Ausdruck.
    Jörg Simon (Jahrgang 1960) ist in der Frankfurter Kunstwelt eine geschätzte Größe. Ob als Künstler oder Kurator – die Klammer seiner Arbeit ist die Kommunikation. Seine Fotoarbeiten, Collagen oder Zeichnungen sind immer erzählerischer Natur.
    Die seit Jahren immer wieder entstandenen Texte und Gedichte fasst er jetzt in seiner Trilogie „Komplex“, „Monolog“ und „Substrat“ zusammen. In Simons authentischer Art entführt er uns in eine Welt des Menschseins mit all seinen Facetten.

    Zum Ausstellungsraum Becker:
    „Seit 2013 stelle ich zweimal im Jahr Kunst in meiner Wohnung aus.
    Als Ausstellungsort in meiner Wohnung dient ein kleiner Raum (eine ehemalige Toilette), ca. 1 m² groß mit viel Luft nach oben. Äußerlich gestaltet wie eine Galerie in der Fahrgasse schaut man durch die Schaufenster auf die Kunst. Dies nennen manche die kleinste Galerie Frankfurts. Ein weiterer Raum ergänzt seit 2014 die Ausstellungsfläche.
    Unterstützt werde ich von meiner Frau und Freunden. Die Ausstellungen werden ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert.
    Mein Ziel ist es, Künstlern außerhalb des gängigen Kunstbetriebs eine Plattform zu bieten und damit ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Ich sehe mich in der Tradition der Salonkultur, die einen Austausch unter den Kunstschaffenden und Kunstinteressierten ermöglicht.
    Ein Ausstellungsprogramm im klassischen Sinn gibt es nicht. Ich übertrage Begegnungen, die ich als Sammler mache, in meine Ausstellungen und versuche, keine Vorlieben zu entwickeln, um für Vieles offen zu bleiben.“

    IV Waltraud Munz-Heiliger

    Installation, Fotografie, Collage, Skulptur
    25. – 28. Juli 2019

    Liquid Wall
    Mirror Leaves (Funkie)

    Waltraud Munz-Heiliger arbeitet konzeptuell. Sie studierte an den Kunsthochschulen Stuttgart und Karlsruhe Freie Malerei und Grafik und schloss ihr Studium an der Frankfurter Städelschule als Meisterschülerin ab. Seit 1994 wird sie zu internationalen LandArt-Symposien eingeladen. In ihren Installationen arbeitet sie mit unterschiedlichen Materialien wie Gras, Spiegelmaterial, irisierenden Folien, Tonnen von Steinen, gespannten Bändern u.a. Immer bestimmt die Idee das Material. In der AusstellungsHalle 1A zeigt sie eine Werkübersicht aus unterschiedlichen Disziplinen bis hin zur neu entstandenen Serie der kartografischen Blattcollagen in 2019.
    Allen Arbeiten liegt die Faszination der Vogelperspektive zu Grunde: Der ikarische Blick, der zu Cluster aus dem Überblick führt. Weiße Flecken in der Kartografie? Wünschbare Utopien unentdeckter Kontinente. Die Spannung zwischen Karte und Gebiet.
    Landkarten lesen wie Partituren der Neuen Musik.
    Einen Resonanzraum erzeugen.
    Und immer wieder : INS OFFENE !

    V Wolfgang Klee, Cornelia Kube-Druener

    Objekte und Leinwandarbeiten
    01. – 04. August 2019

    VI Goekhan Erdogan, Gabriel Stoian

    Fotoskulptur und Malerei
    Kuratorin: Rebecca Herlemann
    08. – 11. August 2019

    INSIDE THE SUN

    Die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems, besteht aus zahlreichen sehr unterschiedlich beschaffenen Ebenen und Zonen, die den alles bestimmenden Kern umgeben. Von hier entspringt die Kraft, die diesen Stern antreibt und zusammenhält, eine unvorstellbare Hitze beherrscht die Situation. Kein Leben kann hier stattfinden, kein Mensch sich je aufhalten. So müssen wir uns auf unsere Fantasie verlassen, um uns vorzustellen, wie es im Inneren der Sonne wohl aussieht. Ein schrecklich unwirtlicher Ort muss das sein, beklemmend und Angst einflößend. „Inside the sun“ als der Titel der Ausstellung von Gabriel Stoian und Goekhan Erdogan beschreibt hier einen Zustand der Imagination, der Selbstreflexion und auch der Sorge. Und doch wird mit Betreten des Ausstellungsraumes klar, dass diese negativen Gefühle abstrakt und innerlich sind, nach außen gekehrt wird davon wenig. So zieht uns die gleichnamige Malerei von Gabriel Stoian im Gegenteil mit ihren leuchtenden, warmen Farben in den Bann. Wir erblicken eine farbige Landschaft, wie einen Wolkenhimmel – Blicken wir nun auf die Sonne oder aus ihr heraus? –, deren Oberfläche eine wunderbare Stofflichkeit hat.
    „From what I can remember“ bringt uns dann der Person des Künstlers näher. Vier Zeichnungen des gleichen Formates bilden Szenen verschiedener Erinnerungen ab. Eine der Zeichnungen sticht heraus. Sie ist mit hellen Farben geschaffen, eine perfekte Darstellung zweier Papageien auf einem Zweig. Die anderen Zeichnungen sind wilder, fast wie von einem Amateur gemacht. Sie zeigen Landschaften, Stillleben oder kleine Erzählungen. Alles zusammen jedoch fügt sich beinahe zu einem Porträt des Künstlers. Hier kriegen wir Schlaglichter in sein Leben zu sehen, es bildet sich ein Panorama seiner Assoziationen. Er gewährt uns einen Einblick in seine Gefühlslage und diese scheint eine bedrohliche zu sein. Inside the sun ist es unmöglich zu leben.
    Auch die Arbeit von Goekhan Erdogan ist bei genauerem Hinsehen eine höchst persönliche. Der Künstler arbeitet mit seinem eigenen Abbild, das er in langwierigen Prozessen verformt, verändert und schließlich zerschneidet. Wie ein aggressiver Akt mutet das an und wie verloren wirken die einzelnen Teile, wenn sie wild verstreut auf dem Boden liegen. Das Passfoto, das die Grundlage für seine Arbeit bildet, ist kaum mehr als solches erkennbar. So wird aus einem Identifikationsmerkmal eine neue Form; der offizielle Rahmen, der das Bild hervorgebracht hat, zerfließt in Abstraktion. Ist auch das ein Kommentar darauf, wie der Künstler sich in der Gesellschaft verortet sieht? Schicht um Schicht seines eigenen Bildes trägt er auf und entfernt sich damit immer weiter von der vorgefassten, als wahr und aussagekräftig empfundenen Ausgangslage. Dass er hier nicht allein drinhängt, beweist die Miniaturabbildung seines Kollegen Gabriel Stoian, die dem Selbstbildnis zur Seite gestellt ist. Wie ein kleines Echo erscheint sie gegenüber den monumentalen Ausmaßen des Selbstporträts von Erdogan. Es scheint die beiden Künstler befinden sich in der gleichen Situation. Ihre Arbeiten ergeben fragmentierte Einblicke zu ihren Personen, reflektieren die Bedingungen, die sie umgeben. Die Frage, die sich schließlich jeder in dieser Ausstellung stellen muss, lautet: Wie fühlt es sich an im Innern der Sonne?

    Rebecca Herlemann.


  • Art & Culture

    Die AusstellungsHalle stellt in Zusammenarbeit mit dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt Videos über folgende Künstler zur Verfügung:

    Gisela Weber
    Tobias Rappel
    Monica Hansebakken
    Rolf Kissel

    Die Videos sind über die Namen verlinkt und auch im Archiv bei der jeweiligen Veranstaltung zu finden.