Zur Finissage der Ausstellung am 3. März 2029, 16 Uhr erscheint der Katalog Martin Holzschuh – Sein und Nichtsein, ISBN 978-3-943619-69-0, www.kann-verlag.de
Eröffnung am Donnerstag, den 14. März 2019 um 19 Uhr
Es sprechen Susanne Kujer, Leiterin des Fachbereiches Bildende Kunst, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main Ulrike Kuschel, Kunsthistorikerin
Ausstellungsdauer: 15. März bis 7. April 2019
Öffnungszeiten: Mittwochs und Donnerstags von 18:00 bis 20:00 Uhr Freitags, Samstags und Sonntags von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Corinna Mayer – Stipendiatin des Arbeitsstipendium Bildende Kunst 2017/18 der Stadt Frankfurt am Main Das Arbeitsstipendium richtet sich an professionelle Künstlerinnen und Künstler mit akademischem Studienabschluss, die ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Frankfurt haben und die mit ihr er Kunst eine wichtige aktuelle Position beziehen sowie das Profil der Frankfurter Kunstlandschaft schärfen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. »Corinna Mayer – Inside of You«, ISBN 978-3-943619-71-3, Frankfurt/Main 2019, KANN Verlag, www.kann-verlag.de
Franz Konter setzt sich als Maler und Zeichner seit vielen Jahren mit dem leeren „ZwischenBildRaum“ auseinander. Alle Arbeiten bestehen aus zwei oder mehreren Bildtafeln, auf denen die gestische, halb figürliche Arbeitsweise jeweils am Bildrand endet, um dann leicht versetzt auf dem angrenzenden Bildträger fortgesetzt zu werden. Die Malerei/Zeichnung „passt“ also nicht wirklich, aber sie nimmt Beziehungen auf. Um ein Ganzes herzustellen, muss der Betrachter optisch immer von einer Tafel zur anderen über den leeren Spalt springen – hört diese Bewegung auf, zerfällt das Bild in seiner Gesamtheit. Die Frage nach der (Bild-)Wirklichkeit wird hier ähnlich einem Koan im Zen-Buddhismus als Übung und Erforschung des Sehens immer von neuem gestellt.
II Tobias Rappel
Mixed Media 11. – 14. Juli 2019
Tobias Rappel ist 1957 in Paderborn geboren, wuchs seit dem Umzug der Familie 1960 in Jungholz / Tirol auf. Von 1977 bis 1982 studierte er Malerei und Grafik an der Hochschule für Gestaltung in Linz und begann seine Arbeit als freischaffender Künstler. Impulse für sein künstlerisches Schaffen sammelte er auf Studienreisen u.a. in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, USA, Mexiko und auf Hawaii. Seit 1987 lebt und arbeitet er in Frankfurt/Main und Bingen/Rhein. Neben Stadt- und Landschaftsimpressionen stellt Tobias Rappel die „Figur im Raum“ in das Zentrum seiner Arbeit. Hierbei ist ihm besonders die Verschränkung der Gattungen zu einem, wie er sagt, »korrespondierenden Arbeiten an Plastik, Malerei und Zeichnung« wesentlich (»Transformationen«). Sowohl im Malprozess als auch im plastischen Arbeiten strebt er durch Schichtungen und Reduktion, welche als Arbeitsprozesse sichtbar bleiben, die Verdichtung und das wesenhafte Verkörpern einer Bildidee an. In der anstehenden Ausstellung ist es neben der weiteren Auslotung der Übergänge von Malerei / Zeichnung zur Plastik die »Figur auf der Schiefen Ebene«, womit er sich als Bildraum befaßt. In meiner Erzählung »Das Menschenbett« über die Begegnung einer Sammlerin von Plastiken mit dem Künstler des Menschenbettes ist es eines der sehr »materialen« Bilder von Tobias Rappel, das als Bindeglied zwischen Plastik und Malerei geschildert wird. Insofern dient ein Auszug aus der Erzählung als Einleitung in die Ausstellung von Tobias Rappel. Axel Dielmann, Juli 2019
Gespräch mit Tobias Rappel
III Jost Stenger, Jan Ulrich Schmidt, Jörg Simon
Aquarelle, Malerei, Buchpräsentation C/o Ausstellungsraum Becker zu Gast in der AusstellungsHalle 18. – 21. Juli 2019
Jan Ulrich Schmidt „Monet“Jost Stenger: Monotypie und AquarellJörg Simon (Seite aus der Katalogtrilogie KOMPLEX / MONOLOG / SUBSTRAT)
Jost Stenger (Jahrgang 1936) arbeitet seit 2010 wieder mit Papier und Farbe in der Größe DIN A4. Während Jan Ulrich Schmidt (Jahrgang 1976) sich in seinen Bildübersetzungen an die Originalgrößen seiner Vorlagen hält. Stenger arbeitet spontan und emotional aus der Intuition heraus in drei Werkgruppen – Aquarell, Monotypie und Zeichnung. Schmidt arbeitet konzentriert an seinen Farbcodes, indem er mit einer eigens entwickelten Schütttechnik Streifen für Streifen setzt. Für beide Künstler ist der Umgang mit Farbe und Form elementar: In Stengers Aquarellen, die er „Feldbestellungen“ nennt, ordnet er seine Farbsetzungen nach jeweiligem Gefühlszustand immer wieder anders und lässt den Betrachter so an seinen Emotionen teilhaben. Schmidt überträgt die Farbstimmung seiner Vorlagen in einen Code, der mehrere Versionen zulässt und schöpft so aus der Kunstgeschichte einen neuen Ausdruck. Jörg Simon (Jahrgang 1960) ist in der Frankfurter Kunstwelt eine geschätzte Größe. Ob als Künstler oder Kurator – die Klammer seiner Arbeit ist die Kommunikation. Seine Fotoarbeiten, Collagen oder Zeichnungen sind immer erzählerischer Natur. Die seit Jahren immer wieder entstandenen Texte und Gedichte fasst er jetzt in seiner Trilogie „Komplex“, „Monolog“ und „Substrat“ zusammen. In Simons authentischer Art entführt er uns in eine Welt des Menschseins mit all seinen Facetten.
Zum Ausstellungsraum Becker: „Seit 2013 stelle ich zweimal im Jahr Kunst in meiner Wohnung aus. Als Ausstellungsort in meiner Wohnung dient ein kleiner Raum (eine ehemalige Toilette), ca. 1 m² groß mit viel Luft nach oben. Äußerlich gestaltet wie eine Galerie in der Fahrgasse schaut man durch die Schaufenster auf die Kunst. Dies nennen manche die kleinste Galerie Frankfurts. Ein weiterer Raum ergänzt seit 2014 die Ausstellungsfläche. Unterstützt werde ich von meiner Frau und Freunden. Die Ausstellungen werden ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert. Mein Ziel ist es, Künstlern außerhalb des gängigen Kunstbetriebs eine Plattform zu bieten und damit ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Ich sehe mich in der Tradition der Salonkultur, die einen Austausch unter den Kunstschaffenden und Kunstinteressierten ermöglicht. Ein Ausstellungsprogramm im klassischen Sinn gibt es nicht. Ich übertrage Begegnungen, die ich als Sammler mache, in meine Ausstellungen und versuche, keine Vorlieben zu entwickeln, um für Vieles offen zu bleiben.“
IV Waltraud Munz-Heiliger
Installation, Fotografie, Collage, Skulptur 25. – 28. Juli 2019
Liquid WallMirror Leaves (Funkie)
Waltraud Munz-Heiliger arbeitet konzeptuell. Sie studierte an den Kunsthochschulen Stuttgart und Karlsruhe Freie Malerei und Grafik und schloss ihr Studium an der Frankfurter Städelschule als Meisterschülerin ab. Seit 1994 wird sie zu internationalen LandArt-Symposien eingeladen. In ihren Installationen arbeitet sie mit unterschiedlichen Materialien wie Gras, Spiegelmaterial, irisierenden Folien, Tonnen von Steinen, gespannten Bändern u.a. Immer bestimmt die Idee das Material. In der AusstellungsHalle 1A zeigt sie eine Werkübersicht aus unterschiedlichen Disziplinen bis hin zur neu entstandenen Serie der kartografischen Blattcollagen in 2019. Allen Arbeiten liegt die Faszination der Vogelperspektive zu Grunde: Der ikarische Blick, der zu Cluster aus dem Überblick führt. Weiße Flecken in der Kartografie? Wünschbare Utopien unentdeckter Kontinente. Die Spannung zwischen Karte und Gebiet. Landkarten lesen wie Partituren der Neuen Musik. Einen Resonanzraum erzeugen. Und immer wieder : INS OFFENE !
V Wolfgang Klee, Cornelia Kube-Druener
Objekte und Leinwandarbeiten 01. – 04. August 2019
VI Goekhan Erdogan, Gabriel Stoian
Fotoskulptur und Malerei Kuratorin: Rebecca Herlemann 08. – 11. August 2019
INSIDE THE SUN
Die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems, besteht aus zahlreichen sehr unterschiedlich beschaffenen Ebenen und Zonen, die den alles bestimmenden Kern umgeben. Von hier entspringt die Kraft, die diesen Stern antreibt und zusammenhält, eine unvorstellbare Hitze beherrscht die Situation. Kein Leben kann hier stattfinden, kein Mensch sich je aufhalten. So müssen wir uns auf unsere Fantasie verlassen, um uns vorzustellen, wie es im Inneren der Sonne wohl aussieht. Ein schrecklich unwirtlicher Ort muss das sein, beklemmend und Angst einflößend. „Inside the sun“ als der Titel der Ausstellung von Gabriel Stoian und Goekhan Erdogan beschreibt hier einen Zustand der Imagination, der Selbstreflexion und auch der Sorge. Und doch wird mit Betreten des Ausstellungsraumes klar, dass diese negativen Gefühle abstrakt und innerlich sind, nach außen gekehrt wird davon wenig. So zieht uns die gleichnamige Malerei von Gabriel Stoian im Gegenteil mit ihren leuchtenden, warmen Farben in den Bann. Wir erblicken eine farbige Landschaft, wie einen Wolkenhimmel – Blicken wir nun auf die Sonne oder aus ihr heraus? –, deren Oberfläche eine wunderbare Stofflichkeit hat. „From what I can remember“ bringt uns dann der Person des Künstlers näher. Vier Zeichnungen des gleichen Formates bilden Szenen verschiedener Erinnerungen ab. Eine der Zeichnungen sticht heraus. Sie ist mit hellen Farben geschaffen, eine perfekte Darstellung zweier Papageien auf einem Zweig. Die anderen Zeichnungen sind wilder, fast wie von einem Amateur gemacht. Sie zeigen Landschaften, Stillleben oder kleine Erzählungen. Alles zusammen jedoch fügt sich beinahe zu einem Porträt des Künstlers. Hier kriegen wir Schlaglichter in sein Leben zu sehen, es bildet sich ein Panorama seiner Assoziationen. Er gewährt uns einen Einblick in seine Gefühlslage und diese scheint eine bedrohliche zu sein. Inside the sun ist es unmöglich zu leben. Auch die Arbeit von Goekhan Erdogan ist bei genauerem Hinsehen eine höchst persönliche. Der Künstler arbeitet mit seinem eigenen Abbild, das er in langwierigen Prozessen verformt, verändert und schließlich zerschneidet. Wie ein aggressiver Akt mutet das an und wie verloren wirken die einzelnen Teile, wenn sie wild verstreut auf dem Boden liegen. Das Passfoto, das die Grundlage für seine Arbeit bildet, ist kaum mehr als solches erkennbar. So wird aus einem Identifikationsmerkmal eine neue Form; der offizielle Rahmen, der das Bild hervorgebracht hat, zerfließt in Abstraktion. Ist auch das ein Kommentar darauf, wie der Künstler sich in der Gesellschaft verortet sieht? Schicht um Schicht seines eigenen Bildes trägt er auf und entfernt sich damit immer weiter von der vorgefassten, als wahr und aussagekräftig empfundenen Ausgangslage. Dass er hier nicht allein drinhängt, beweist die Miniaturabbildung seines Kollegen Gabriel Stoian, die dem Selbstbildnis zur Seite gestellt ist. Wie ein kleines Echo erscheint sie gegenüber den monumentalen Ausmaßen des Selbstporträts von Erdogan. Es scheint die beiden Künstler befinden sich in der gleichen Situation. Ihre Arbeiten ergeben fragmentierte Einblicke zu ihren Personen, reflektieren die Bedingungen, die sie umgeben. Die Frage, die sich schließlich jeder in dieser Ausstellung stellen muss, lautet: Wie fühlt es sich an im Innern der Sonne?
Zeichen aus Marmor Jubiläumsausstellung zum 80. Geburtstag
Eröffnung am Donnerstag, den 15. August 2019 um 19.00 Uhr
Es sprechen: Susanne Kujer, Kulturamt Frankfurt Dorothee Baer-Bogenschütz, Kulturjournalistin
Begleitveranstaltungen: Samstag, 31. August 2019, 16 Uhr + Mittwoch, 4. September 2019, 18 Uhr Künstlergespräche mit Gisela Weber und Film zur Ausstellung Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im KANN-Verlag Ausstellungsdauer: 16. August – 8. September 2019
Eine Veranstaltung des Kulturamts Frankfurt am Main in Kooperation mit der Ausstellungshalle 1a Öffnungszeiten: Mi, Do 18 – 20 Uhr Fr, Sa, So 14 – 18 Uhr
Installationsansicht
Aufstrebende Zeichen
Sie nennt sie „kleine Horde“ oder „Angelika“. Sie stehen einzeln oder in Gruppen zusammengefasst. Für die Jubiläumsausstellung in der AusstellungsHalle 1A formiert Gisela Weber eine Installation ihrer Marmorstelen mit 33 Arbeiten aller Längen zu einer „Frankfurter Gruppe“. Sie nennt ihre Marmorstelen „Zeichen“, die durch die Bedeckung der Sockel mit organischem Material wie aus dem Boden zu brechen scheinen.
Gisela Weber wollte schon immer mit Stein arbeiten. Obwohl sie als ausgebildete Goldschmiedin auch hätte anderen Materialien bevorzugen können, war sie von Anfang an fasziniert von der Eigenart und Schönheit des Steins vor allem des Marmors, aber auch von dessen Widerstand, der sich ihr beim Bearbeiten entgegensetzt. Schon früh experimentierte die Künstlerin mit diesem Werkstoff, wobei es ihr jedoch nie um eine historische Auseinandersetzung mit dem Material ging, sondern um dessen Charakter.
Form und Farbe des Steins fordern sie seither heraus und beeinflussen das Ergebnis. Bis heute arbeitet Gisela Weber mit Marmor, den sie aus der regionalen Steinindustrie bezieht. In ihrem Atelier in der Ostparkstraße in Frankfurt entstehen lange Stangen, die sie nicht mit Hammer und Meißel, sondern mit einem Winkelschleifer und wie in alten Zeiten händisch bearbeitet.
Gisela Weber wurde am 27. Januar 1939 in Kassel geboren, ist examinierte und bis 1981 praktizierende Goldschmiedemeisterin, studierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Kunst- und Werkerziehung und legte beide Staatsexamina ab. 1982 erhielt sie das Stipendium für Bildhauerei des Landes Hessen an der Cité des Arts, Paris und nahm an zahlreichen Bildhauersymposien im In- und Ausland teil. Ihre Arbeiten wurden bereits in einer Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, darunter 1995 in einer Einzelausstellung in der Schirn Kunsthalle. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Ein Roboterfisch in der Spree, Dates über Tinder, ein Leben im Rhythmus der Smartphone-Nachrichten – in „Pixeltänzer“ zeigt Berit Glanz die digitale Welt, in der wir längst leben. Erzählerin Beta arbeitet für ein hippes Berliner Startup, als ein rätselhafter Unbekannter sie über eine App kontaktiert und sie auf das Künstlerpaar Lavinia und Walter stößt, das in den 20er Jahren mit ihrem progressiven Tanztheater alle Konventionen brach ? und Beta auf eine fulminante Idee bringt.
Berit Glanz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Skandinavische Literaturen der Universität Greifswald. Sie war Finalistin beim 24. open mike. Für ihr Romandebüt „Pixeltänzer“ wurde sie 2017 mit dem Literaturpreis und dem Publikumspreis Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Miriam Zeh ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungskolleg „Schreibszene Frankfurt“ der Goethe-Universität und arbeitet als freie Redakteurin und Moderatorin für den Deutschlandfunk.
Eintritt 7 Euro ermäßigt 5 Euro Studierende 3 Euro
Karten gibt es eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Telefonische Reservierung unter 069-212 31969 Eine Veranstaltung des Kulturamts Frankfurt am Main in Kooperation mit der AusstellungsHalle1A
Norway The Dream We Carry – Guest of Honour Frankfurter Buchmesse 2019
Eröffnung: Donnerstag, 17. Oktober 2019, 19 Uhr Ausstellung: 18.Oktober – 03.November 2019 Öffnungszeiten während der Buchmesse: 18.10. und 19.10.2019 von 14:00 bis 20:00 Uhr
Geöffnet: Mittwochs und Donnerstags von 18:00 bis 20:00 Uhr Freitags, Samstags und Sonntags von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr Eintritt Frei
Ihre Landschaften sehen aus wie farbige Scherenschnitte. Es sind Bergmotive, die bis heute die nordische Herkunft der Künstlerin verraten. Monica Hansebakken ist Norwegerin. Vor allem die norwegische Fjord-Landschaft prägte schon früh den Stil ihrer Bilder. Aber auch die Geschichten und Traditionen des Landes rückte die Künstlerin immer wieder in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Wie durch ein Prisma gesehen, zerlegt Hansebakken ihre Landschaftsmotive und ordnet jedem Teil eine andere Farbe und damit Charakteristik zu. Die Malerei wird kombiniert mit skulpturalen Elementen, die inspiriert sind von der Beschäftigung der Künstlerin mit der Bildhauerei und traditionellen norwegischen Schnitzarbeiten. Die Verwendung von alten ornamentalen Mustern in ihrem Werk stellt ein ungewöhnliches Element dar. Es sind Acanthus-Schnitzereien, die in der Renaissance entstanden, ihre jetzige Form im norwegischen Barock und heute ihren festen Platz in der norwegischen Handwerkstradition haben. Ihre gemalten und geschnitzten Arbeiten auf Holz sind keine romantischen Bilder, sondern eher Projektionen des eigenen Ichs. Es sind Selbstporträts, die uns viel mehr über die Künstlerin erzählen, als über die Motive. Monica Hansebakken erforscht in ihren Bildern die ästhetischen Möglichkeiten innerhalb eines real existierenden Motivs und spannt dabei einen Bogen zwischen Tradition und Moderne. Zudem zeigt sie uns ihre Verbundenheit zur norwegischen Natur. Die „Reflection“ Serie ist inspiriert von Reflektionen des Lichts auf der Wasseroberfläche. Es sind Tondo-Arbeiten, die dem Motiv den Rahmen nehmen und den Gestaltungsraum ins Dreidimensionale visuell vergrößern. Über Jahre arbeitete Monica Hansebakken im ATELIERFRANKFURT – heute lebt sie in Oslo. Ihre Landschaften stellen einen Spielplatz der künstlerischen Beschäftigung mit Formen dar, wobei es dem Betrachter ermöglicht wird, sich in eine einzigartige visuelle Sprache zu versenken, in der Abstraktion und figurative Darstellung eine Symbiose bilden. Die Ausstellung findet im Rahmen der Buchmesse 2019 mit dem Gastland Norwegen in der AusstellungsHalle 1A und auf Einladung des Kulturamtes Frankfurt statt. Zu sehen ist ein Querschnitt aus dem Werk von Monika Hansebakken von 2009 bis heute. Einige Arbeiten der „Reflection“ Serie wurden noch nie öffentlich gezeigt. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Motive dieser Ausstellung die Faszination der Künstlerin für sowohl die Schönheit des Landes als auch die Bedrohung der Natur. Ihre Seelenlandschaften sind demnach aktueller denn je.
Monica Hansebakken geb. 1974 in Etnedal, Norwegen. Ausbildung M.F.A., Slade School of Fine Art. London. Sept. 2000 – July 2002 B.A., Fine Art, Staffordshire University. Stoke-on-Trent, England. Sept. 1996 – July 2000 Stryke-jernet – Painting. Oslo, Norway. Sept. 1995 – July 1996 Nansen skolen – Painting, Drawing, Photography. Lillehammer, Norway. Sept. 1994 – July 1995 VK TFF, Nybu VDG – Drawing, Form, Colour. Lillehammer. Sept. 1991 – July 1992 GK TFF, Dokka VDG – Foundation, Drawing, Form, Colour. Dokka, Norway. Sept. 1990 – July 1991
„Kitzel. Genealogie einer menschlichen Empfindung“
Donnerstag, 10.9.2020, 19.30 Uhr
Moderation: Andreas Platthaus
Frankfurter Premieren
Mittwoch, 11.März 2020,19.30 Uhr
Frank Witzel Inniger Schiffbruch
Matthes & Seitz Berlin
Moderation: Alf Mentzer
„Was heißt, sich an etwas zu erinnern? Im Versuch, das eigene Leben aufzuschreiben, verschwimmt für den Ich-Erzähler von Inniger Schiffbruch Erlebtes mit Geträumtem. Die Grenze zwischen Autobiografie und Autofiktion wird fließend, das Projekt droht immer wieder zu scheitern. Auf gleichermaßen amüsante und kluge, aber auch tragische Weise schildert Frank Witzel die brüchigen Erinnerungen an eine Kindheit im Nachkriegsdeutschland. Am Ende bleibt die Frage: Was bedeutet es, Kind zu sein – und was Erwachsener?“
Frank Witzel hat 2015 für seinen Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 den deutschen Buchpreis erhalten. 2017 gewann die Hörspielfassung den deutschen Hörspiel-Preis. Frank Witzel lebt in Offenbach.
Alf Mentzer leitet die Literaturredaktion von hr2-kultur.
Veranstalter: Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit der Ausstellungshalle 1A
Zum 65. Geburtstag des Komponisten, Friedemann Schmidt-Mechau, spielt Matthias Lorenz dessen vier Cello-Kompositionen in drei Konzerten in Dresden Frankfurt und Oldenburg. Das älteste dieser Stücke, „Aposiopesis“, entstand 1990 noch während seines Studiums und war eine seiner allerersten Arbeiten, das neueste, „Ent-Gegnung“, ist im Herbst 2019 für die jetzt geplanten Konzerte entstanden und Matthias Lorenz wird es im Rahmen dieses Programms uraufführen. Dazwischen stehen „Morgenlachen“ von 1997 und „Fehlversteck“ von 2007. So ergibt sich eine Zusammenschau über dreißig Jahre Kompositionsarbeit.
Frankfurter Premieren
Dienstag, 3.März 2020,19.30 Uhr
Uwe Preuss Katzensprung
S. Fischer Verlag
„In Dresden geboren, 1961. Opa ein urkundlich bescheinigter Hallodri. Oma macht aus jedem Einkauf einen Ausflug. Mit den Eltern für fünf Jahre nach Sao Paulo. Die hatten ihr eigenes System, danke. Kaufmännische Lehre in der Planwirtschaft: Ick stempel doch jetzt nicht die fünftausend scheiß Scheine! Lieber Gräber schaufeln in Löbtau…“ Uwe Preuss ist in der DDR und Brasilien aufgewachsen. Er studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste, ist seit 2005 freischaffender Schauspieler mit Gastauftritten an der Berliner Volksbühne und dem Maxim-Gorki Theater. Seit knapp zehn Jahren arbeitet er auch als Filmschauspieler, hatte Rollen im Polizeiruf Rostock und in der Serie Deutschland 83. Katzensprung ist sein Debüt.